DJ Michael 'El Rumbero' - USA Tour 2006 - Chicago

Zu den Fotos aus New York geht es -->hier


Salsa in Chicago

(Foto wurde von mir vom Aussichtscafé des Hancock-Centers geschossen)

Die Salsa Szene in Chicago ist - wie in New York - geprägt durch den Cross Body Style. Allerdings hört man auch hier so gut wie keine moderne kubanische Salsa. Es werden durch die DJs aber auch aktuelle Air-Play-Hits gespielt, was ja in New York verpönt ist. Insofern ist Chicago durchaus vergleichbar mit Berlin. Merengue und Bachatas werden ebenfalls gespielt, genauso wie Cha Cha.

Allen von mir besuchten Clubs zu eigen war, dass sie ein ausgesprochen perfektes Umfeld ( Sound, Mixer, PA, Player ) für den DJ bereitstellen. Das klingt dann entsprechend gut. Alles vom Neuesten, Feinsten und Teuersten ( yeahh we got 60000 Watts PA, we got Pioneer for Players and Mixers ... we got ..). In New York ist so ein professionelles Umfeld nicht immer der Fall - da wird dann eben irgendwie improvisiert. Man kann das durchaus mit dem Zustand der Strassen der beiden Städte vergleichen: Die New Yorker schmeissen einfach eine Blechplatte auf Ihre Schlaglöcher - in Chicago wird gleich die ganze Strasse neu gemacht.

In Chicago gibt es fast die ganze Woche (bis auf Montag) die Möglichkeit, Salsa-Tanzen zu gehen. Die Salsa Szene ist hier noch nicht ganz so zersplittert, wie in New York (viele Tanz- und Showgruppen). Es gibt ein grosses Salsa-Tanzstudio mit der sympatischen Chefin Lisa - 'La Boricua', die den Chicagoern das Salsa-Tanzen näherbringt. Lisa wurde auch schon in einem Song der Chicagoer Salsa-Band von Angel Melendez besungen ( Con Lisa La Boriqua Vamos Bailar La Salsa ). Dieser Song war übrigens einst nur für ein Salsa-Tanzvideo gedacht. Lisa und Andres - die Eigner des Tanzstudios - wollten sich Lizenzkosten für das Tanzvideo sparen und liessen einfach einen eigenen Song von Angel Melendez komponieren und einspielen. Was nur als Instructors-Videosong gedacht war, trat dann aber seinen Siegeszug um die ganze Welt an. Internetseite: http://www.laboriqua.com/

Weitere ausser den u.g. Salsa Veranstaltungen gibt es jeden Dienstag im Green Dolphin (etwas ausserhalb), jeden Mittwoch im Lalo's , jeden Freitag, Sonnabend und Sonntag im Buzz Night Club und ebenfalls am Freitag und Sonnabend im Chromium


Di, 16.05. Syn - Chicago - 1009 N Rush St.

Die Rush Street liegt gleich in der Nähe des Hanckock-Centers ( Ausblick besser als vom Sears-Tower - siehe Foto oben ) mitten in einem Vergnügungsviertel ( soll früher mal Rotlichtbezirk gewesen sein ). Das Syn selbst ist elegant gestylt ( wie vieles in der Architektur- und Designmetropole Chicago. Mit DJ Marcus, der hier immer dienstags auflegt, verstand ich mich gleich auf Anhieb prima - viel falschzumachen gab es aber auch nicht - die Chicagoer Tänzer haben wie schon erwähnt viel mit den Berlinern gemeinsam.

Mit DJ Marcus ( Resident im Syn )

im Syn


Do, 18.05. Excalibur - Chicago - 632 N. Dearborn

Das Excalibur ist einer der angesagtesten Clubs der Stadt ( nicht nur für Salsa ). Die Salsa-Nächte finden immer Donnerstags statt. Es gibt einen Dancefloor für Merengue, Bachata und Cumbia! sowie einen für Salsa, Mambo und Cha Cha Cha. Die Resident DJs sind Andres ( der Mann von Lisa ) und Luis, der auch über die Stadtgrenzen hinaus in den USA bekannt ist. Das Excalibur ist einer der bevorzugtesten Plätze der Salsa-Szene in Chicago - dementsprechent ging es auf beiden Dancefloors hoch her.

Michael beim Auflegen im Excalibur

Zusammen mit Robert Lücking - El Zorro( salsacharts.com ),
der auch die Fotos im Excalibur geschossen hat

Zusammen mit DJ & Promotor Andres & Lisa "La Boriqua"

 


Zusammenfassend kann ich sagen: Es waren tolle 2 Wochen in den USA - ich hatte viele interessante Begegnungen mit DJs, Promotern, Tänzern, Clubbesitzern und und... Anscheinend ist meine Musik gut angekommen ... es gab viele neue Einladungen in beide Städte und ich freue mich schon sehr auf meinen nächsten Trip. Tja, und ich konnte auch etwas für die Berliner aushandeln: Einer der populärsten New Yorker Salsa-DJs wird uns in Berlin im September besuchen! Stay tuned ...

Salsa-Reisen nach New York organisiert übrigen regelmässig Esther aus Hamburg -->siehe hier

E-Mail:

Und was sagen andere? Hier die Meinung von Rob Lücking (Chicago), der bei meinem Auftritt im Excalibur dabei war:

DJ Michael "El Rumbero" in Chicago

Eigentlich kennen wir uns ja schon seit sieben Jahren, allerdings nur
virtuell durch den Cyberspace... Persönlich kennengelernt haben wir uns nun
bei Michaels erstem Besuch in Chicago, meiner Wahlheimat seit 2001. Die
Gelegenheit war günstig, denn Michael war als DJ in New York unterwegs, und
so war es nach Chicago nur ein kleines bisschen weiter.

Die Chicagoer Salsa-Szene ist im Vergleich zu New York recht übersichtlich
und wird vom Tanzstudio "Latin Street Dancing" dominiert
(http://www.laboriqua.com). Lisa "La Boriqua" kennt Ihr wahrscheinlich noch
von der gleichnamigen Hit-Salsa, die ursprünglich als Song für ein
Instruktionsvideo eingespielt wurde, dann aber vor allem in Deutschland wie
eine Bombe einschlug. Ihr Mann Andrés Menendez ist ein wahres Multitalent:
als DJ "El Papichulo" legt er regelmässig auf, ist aber ansonsten hinter den
Kulissen als Organisator, Promotor und Produzent tätig, unter anderem des
letztjährigen Grammy-nominierten Orchesters "Angel Meléndez & Mambo 911".
Andrés war es auch, der Michael zwei DJ-Gigs für seinen Blitzbesuch
organisierte, in zwei der angesagtesten Diskotheken Chicagos, dem Syn und
dem Excalibur.

Wegen häuslicher Verpflichtungen konnte ich dem Syn-Gig nicht beiwohnen,
umso mehr fieberte ich Michaels "Auftritt" im Excalibur entgegen. Und der
liess dann auch wirklich absolut nichts zu wünschen übrig. Michael wurde
seinem Ruf als einer der besten Salsa-DJs Europas mehr als gerecht, und nach
meiner fünfjährigen Erfahrung hier in Chicago muss ich feststellen, dass
sich die hiesigen DJs von ihm noch einiges abschauen können (und sollten).
Kein Schnickschnack, sondern eine perfekte Mischung von gezielt eingesetzter
Technik (Laptop, Mischpult und 60.000 Watt), brillianter Musikauswahl und
vor allem unverhohlener Begeisterung, ganz anders als die meisten DJs die
ich so kenne und die meist mit ausdruckslosem Gesicht hinterm Mischpult
stehen. Mindestens die Hälfte der Songs müssen für das Chicagoer
Salsa-Publikum neu gewesen sein, und trotzdem war die Tanzfläche von Anfang
bis Ende voll (jedenfalls in den Intervallen in denen Michael auflegte...).
Ich selbst, der ich aus der Salsa-Szene aus Zeitgründen so ein bisschen raus
bin, konnte mich bei den neuen Titeln etwa von Wayne Gorbea, Sr. Coconut
oder Salsa Celtica auch nicht zurückhalten und hatte Schwierigkeiten, die
Kamera bei meinen rhythmischen Fussbewegungen ruhig zu halten.

Ich könnte hier noch stundenlang schwärmen, aber die Tatsache, dass Andrés
und Lisa von Michael hellauf begeistert waren und ihn schon zu neuen Gigs
eingeladen haben, spricht glaube ich Bände. Und ich selbst freue mich
natürlich auch schon auf den nächsten Besuch und hoffe, in Bälde auch mal in
Berlin vorbeischauen zu können!

Rob Lücking



http://www.salsa-berlin.de